Archiv für Dezember 2010

Weihnachtslieder und „Besinnliches“ von einem Nazi-Literaten

Oberhausen – Weihnachten naht. Da werden selbst NPDler besinnlich. Der Oberhausener Kreisverband der Partei traf sich am Wochenende zur „Julfeier“.

In einer „verbandsinternen Räumlichkeit“ hätten sich am Samstag „über 30 Gäste aus Kreisverbandsmitgliedern, Familien und deren Kindern“ eingefunden, berichtet die NPD. „O Tannenbaum“ stimmten sie ebenso an wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Ein Weihnachtsgedicht wurde vorgetragen, ehe die Oberhausener Julfestgesellschaft „Lasst uns froh unter munter sein“ und „Kling Glöckchen, klingeling“ intonierte.

Auch besinnlich Ungereimtes – oder das, was Oberhausener NPDler für besinnlich halten – wurde präsentiert: „ein Bekenntnis von Claus von Clausewitz“ (womöglich meint der Autor auch Carl von Clausewitz?) sowie eine Erzählung des Nazi-Literaten Hans Venatier, der in den 30er und 40er Jahren „Sinngedichte“ ebenso publizierte wie eine „rassenseelenkundliche Betrachtung“ des Deutschritterordens.

Ganz am Ende wurde auch dem Met zugesprochen. Wie intensiv, verrät der Autor des erst drei Tage nach der Veranstaltung erschienenen Veranstaltungsberichts nicht.

Quelle: NRW rechtsaußen

Wolfgang Pohrt: »Gewalt & Politik«


Buchvorstellung & Diskussion

KLAUS BITTERMANN (Edition Tiamat, Berlin)

Dreißig Jahre lang galt Wolfgang Pohrt als einer der avanciertesten Köpfe in der Linken. In insgesamt zwölf Büchern, in zahlreichen Artikeln, Glossen, Polemiken in fast allen Zeitungen der Republik gab er die Richtung an. Seine großen Themen waren der NS, die Friedensbewegung, der Serbienfeldzug, die Wiedervereinigung, die autoritäre Struktur der Deutschen und natürlich die Linke selbst. Die Leute, die sich von Pohrt auf den Schlips getreten fühlten, weil er ihre geheimen Beweggründe analysierte, ergäben ein beeindruckendes Who‘s who der beleidigten Leberwürste. Das Echo, das Pohrt hervorrief, war für einen freischaffenden Kritiker und Autor ungewöhnlich. An ihm schieden sich die intellektuellen Geister, ihn haßte die Meinungselite in Deutschland aufrichtig und von ganzem Herzen. Seit fünf Jahren ist Wolfgang Pohrt verstummt, eine ungewöhnliche Haltung, der man eine gewisse Bewunderung nicht entsagen kann angesichts derjenigen, die eine dürftige Idee ihr Laben lang auswalzen, ohne etwas wesentlich Neues hinzuzufügen.
Klaus Bittermann, der langjährige Verleger Pohrts erinnert in seinem Vortrag daran, daß in Deutschland die Linke zwar auf der ganzen Linie versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, ja man kann sogar sagen, daß ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Macken, Fehler und Eigenarten angenommen hat. Als Gesellschaftsanalytiker nicht weniger brillant und weitsichtig, war Pohrt in gewissem Sinne das beste Beispiel dafür, wie vergeblich das Anschreiben gegen Verhältnisse sein kann, wenn diese von der Mehrheit so gewollt werden und eine intellektuelle Opposition nicht mehr vorhanden ist, der Gewicht und Bedeutung zukäme.

Freitag: 10.12.2010_20:00 Uhr
Druckluft_Am Förderturm 27_Oberhausen

eine Veranstaltung der Antifa 3D

Rechts-„Autonome“ gegen „staatliche Schikanen“

Dortmund – Nachdem die Polizei am vorigen Mittwoch wegen des Verdachts der Volksverhetzung mit Hausdurchsuchungen gegen den „Resistore“-Versand vorgegangen war, planen Dortmunder Neonazis nun für kommenden Samstag eine Demonstration „für Meinungsfreiheit und gegen staatliche Schikanen“.

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Quelle: blick nach rechts

weitere Infos : Antifaschistische Union Dortmund